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Tag 1: Kanufahrt im Spreewald - Cottbus

Eigentlich sollte es wie jedes Jahr wieder in die USA gehen. Die Flüge nach Las Vegas haben wir bereits im September 2019 gebucht und uns anschließend eine schöne Route zusammengestellt. Wir wollten in den Yellowstone NP, Grand Teton NP, ins Dinosaur NM und weitere uns noch unbekannte Parks und Gegenden fahren. Auch zwei Wasserparks standen auf dem Programm.

Doch Corona hat uns dann einen Strich durch die Rechnung gemacht. Während des Lockdowns im März haben wir noch gehofft, dass sich die Lage bis Juli bessert. Aber als sich die Situation in New York immer mehr zugespitzt hat und auch der Einreisestopp für Europäer immer wieder verlängert wurde, haben wir uns langsam mit dem Gedanken abfinden müssen, uns eine Alternative zu suchen.

Die Wohnungen an der Nordsee waren im Mai schon alle ausgebucht und so haben wir uns auf Anraten einiger Kollegen von Bianca mit der Sächsischen Schweiz beschäftigt. Hier haben wir auch eine schöne Wohnung gefunden und gleich gebucht. Nach und nach kamen dann noch weitere Gegenden dazu und so haben wir uns in diesem Jahr eine Rundreise durch Deutschland, Österreich und Frankreich zusammengestellt.

Am Donnerstag nach der Arbeit fangen wir an, unsere Sachen zu packen. Und wir stellen fest, dass wir nicht weniger benötigen, als bei unseren Reisen in die USA. Allerdings steht uns ein Koffer weniger zur Verfügung, da unser Auto leider nicht so groß ist wie die Mietwagen in Amerika. Frustriert gehen wir früh schlafen, um am nächsten Morgen mit mehr Energie die verbleibenden Sachen einzupacken.

Um 5:20 Uhr klingelt dann auch der Wecker und kurz danach steht Bianca auf. Eine Stunde später steht auch Matthias auf und gegen 6:45 Uhr werden die Kinder geweckt. Die beiden sind sofort hellwach und ziehen sich auch gleich an. So können wir die letzten Sachen in unsere Koffer packen und auch die Kuschelkissen und Kuscheltiere verstauen. Aber auch heute sieht es nicht so aus, als würden wir alles eingepackt bekommen. Uns stehen zwei Koffer, eine Kühlbox, eine Reisetasche und eine Tasche für Lebensmittel zur Verfügung.

Das Wetter ist leider nicht so vielversprechend, aber wir hoffen, dass wir das beste aus der Situation machen werden. In der Nacht hat es wieder geregnet und auch jetzt kommen wieder ordentliche Schauer herunter. So sinkt natürlich die Freude auf einen Urlaub in Deutschland, zumal ein Blick auf das iPhone verrät, dass in Las Vegas Sonne und 44 Grad sind.

Um 8:30 Uhr kommt dann noch Omi vorbei, um sich zu verabschieden. Wir räumen die Wohnung noch ein bisschen auf, gehen zum Müll und bringen dann die Sachen hinunter zum Auto. Zum Glück bekommen wir aber alles verstaut. Wir verabschieden uns und fahren dann um 9:00 Uhr vom Hof.

Unser erstes Ziel ist Schlepzig. Die Fahrt dorthin ist unspektakulär. Allerdings hat sich das Wetter merklich gebessert und es kommt sogar die Sonne heraus.

Um 10:25 Uhr erreichen wir Schlepzig. Hier halten wir zunächst beim Visitor Center vom Biosphärenreservat Spreewald. Bei unseren Recherchen für den Urlaub haben wir herausgefunden, dass es auch hier in Deutschland die Möglichkeit gibt, Junior Ranger Abzeichen zu machen. Und hier im Spreewald kann man sogar zwei Abzeichen machen.

Also gehen wir ins Visitor Center, um uns die Hefte für den morgigen Tag zu besorgen. Zunächst gehen wir fälschlicherweise in eine Ausstellung. Diese sieht zwar sehr interessant aus, aber wir treffen hier niemanden, den wir wegen der Hefte ansprechen könnten. Also suchen wir noch einmal und gehen in eine Art Verwaltungsgebäude. Dort treffen wir auf eine Frau, die zunächst einmal annimmt, dass wir in die Ausstellung wollen. Als wir sie auf die Junior Ranger Hefte ansprechen, schaut sie zunächst etwas verwirrt, verkauft uns dann aber zwei. Im Gegensatz zu den Heften in den USA müssen wir sie hier für EUR 2,50 erwerben.

Wir fragen auch noch nach den Heften „Spürnasen im Einsatz". Hier gibt es aber keine Hefte, sondern nur Spiele. Diese haben wir allerdings schon zu Hause ausgedruckt. Die Dame druckt uns noch zwei weitere Blätter mit Touren aus und verrät uns auch, dass die Hinweise für die Spürnasen zum Teil schwierig versteckt sind, z.B. muss man Baumstümpfe aufdrehen oder hinter Baumstümpfen schauen.

Die Abzeichen bekommen wir auch gleich ausgehändigt, stecken sie jedoch erst einmal ein, da wir die Aufgaben ja noch nicht gelöst haben. Für die Spürnasen müssen wir noch einmal jeweils EUR 3,00 bezahlen.

Jetzt müssen wir uns allerdings beeilen, um rechtzeitig zu unserem Bootsverleiher zu kommen. Da die Brücke direkt am Visitor Center gesperrt ist, müssen wir einen kleinen Umweg fahren. Der Bootsverleiher weist uns auf dem Parkplatz ein und wir packen unsere Sachen zusammen. Die Damen gehen noch einmal auf die Toilette und dann gehen wir zum Kanal auf die andere Straßenseite.

Wir haben für uns einen Vierer Canadier gemietet und bekommen vom Vater eine kurze Einweisung. Er zeigt uns auf der Wasserkarte eine Route und fragt nach Schwimmwesten für die Kinder. Da die beiden gut schwimmen können, verzichten wir. Matthias holt noch einen wasserdichten Beutel aus dem Auto, in den wir Biancas Rucksack packen und dann steigen wir ein.

Antonia sitzt vorne, danach kommt Bianca, anschließend Viktoria und ganz hinten zum Steuern sitzt Matthias. Am Anfang haben wir noch ein paar Probleme mit dem Lenken, aber es klappt während der Fahrt immer besser.

Nach kurzer Fahrt kommen wir gleich an eine Schleuse. Da hier jedoch noch ein anderes Boot vor uns ist, betätigt die Frau aus diesem Boot die Schleuse. Für die Kinder ist es ziemlich aufregend, als wir in der Schleuse auf einmal wie in einem Fahrstuhl für Boote nach unten geschleust werden.

Obwohl mit uns eben mehrere Boote in der Schleuse waren, sind wir nach kurzer Zeit ganz allein unterwegs. Wir genießen die Natur und beobachten die unzähligen Libellen, die hier über den Seerosen tanzen. Es gibt hier ganz unterschiedliche Arten von Libellen und uns haben es die großen blauen Libellen angetan, die fast wie Schmetterlinge aussehen. Leider sind sie viel zu schnell und lassen sich nicht fotografieren.

Die Kinder entdecken auch einen Biber, der hier seelenruhig vor unserem Boot durchs Wasser schwimmt. Doch leider ist er zu schnell in seinem Bau verschwunden, bevor wir das iPhone bereit hatten.

Mittlerweile ist auch die Sonne ziemlich kräftig und wir überlegen kurz, ob wir uns nicht eincremen müssten. Aber wir haben uns dann dagegen entschieden, denn die Kanäle liegen ja immer wieder durch die dichte Vegetation im Schatten.

Nach etwa 7 km erreichen wir gegen 13:00 Uhr Groß Wasserburg. Hier ist auf unserer Karte ein Restaurant eingezeichnet. Viktoria möchte gern Pommes oder Stampfkartoffeln mit Fischstäbchen und Antonia ein Stück Kuchen essen. Wir machen unser Boot fest und steigen aus. Zuerst müssen wir die Gaststätte etwas suchen, da sie von der Anlegestelle nicht gleich zu sehen ist.

Nachdem wir sie gefunden haben, suchen wir uns einen Platz im Garten aus. Es gibt eine übersichtliche Speisekarte. Leider ist für Viktoria nichts dabei. Sie hatte sich so auf Pommes oder Stampfkartoffeln eingeschossen, die es hier aber nicht gibt, dass sie alles andere kategorisch ablehnt. Also bestellen wir nur Essen für uns. Antonia nimmt Bratkartoffeln mit Spiegelei, Matthias Schnitzel mit Bratkartoffeln und Bianca nur Bratkartoffeln.

Das Essen muss am Tresen bestellt werden und für die Getränke gilt Selbstbedienung. Matthias nimmt sich ein Radler, die Damen sind mit dem mitgebrachten Wasser zufrieden. Komisch ist es ein wenig, dass hier keine Maskenpflicht herrscht. Selbst die Bedienung läuft die ganze Zeit ohne Maske herum. Das sind wir gar nicht mehr gewöhnt.

Viktoria ist ein bisschen bockig und knabbert unseren Zwieback. Nach einer Weile bekommen wir dann auch unser Essen. Leider sind die Bratkartoffeln überhaupt nicht knackig und kross. Uns schmeckt es nach der Anstrengung aber trotzdem. Viktoria isst bei Bianca ein wenig mit. Als sie die Zwiebeln in den Bratkartoffeln entdeckt, ist allerdings Schluss.

Als wir auf die Toilette gehen, entdecken wir, dass es hier auch Kuchen gibt. Dieser stand komischerweise gar nicht auf der Karte. Damit wir aber nicht pappsatt ins Boot steigen müssen und vor lauter Müdigkeit nicht mehr paddeln können, entscheiden wir uns gegen den Kuchen.

Gegen 14:00 Uhr gehen wir dann zum Boot zurück. Wir packen unsere Sachen ein, machen das Boot los und fahren zurück. Wir fahren den gleichen Weg zurück, den wir auch gekommen sind. Einige Kanäle sind gesperrt und wir dürfen auf diesen nicht fahren.

Mittlerweile hat sich das Wetter auch etwas verschlechtert. Die Sonne hat sich zugezogen und es kommt ein bisschen Wind auf. Wir haben das Gefühl, dass wir viel weniger Libellen sehen, als auf dem Hinweg. Trotzdem versuchen wir immer wieder ein Foto von einer großen blauen Libelle auf einer Seerosenblüte zu machen, was uns allerdings nicht gelingt.

Kurz vor dem Weg zu der Schleuse vom Hinweg entscheiden wir uns, noch einen etwas weiteren Schlenker zu fahren. Wir fühlen uns noch fit und wollen nicht gleich wieder zum Bootsverleih fahren. Kurz nachdem wir uns dafür entschieden haben, fangen die Kinder allerdings an zu maulen. Ihnen tun die Finger weh und auch wir merken die Arme und den Rücken. Und auch der Hintern tut uns weh. Wir sitzen im Canadier die ganze Zeit auf einem relativ unbequemen Brett. Und im Gegensatz zu einem Kajak haben wir hier auch keine Rückenlehne. Mittlerweile wissen wir auch nicht mehr, wie wir unsere Beine ausstrecken oder anziehen sollen.

Es kommt auch hinzu, dass der Kanal, auf dem wir jetzt fahren relativ breit ist und wir den Wind sehr gut zu spüren bekommen. Wir müssen ganz schön gegensteuern. Das Lenken klappt mittlerweile allerdings ganz gut. Da Antonia vorne sitzt, richtet sie immer die Nase vom Boot aus und bei engen Kurven lenkt Viktoria, indem sie stoppt, während wir auf der anderen Seite paddeln. Die beiden sind auf jeden Fall sehr stolz und haben viel Spaß.

Als wir zu einer Schleuse kommen, steigen Viktoria und Matthias aus. Dieses Mal übernehmen sie das Schleusen. Viktoria betätigt alle Hebel und macht die Schleusentore auf und zu. Bianca und Antonia fahren mit dem Boot in die Schleuse und werden nach oben geschleust.

Als wir aus der Schleuse herausfahren und Matthias und Viktoria wieder einsteigen, kommen uns ein paar Boote entgegen. Diese nutzen jedoch nicht die Schleuse, sondern eine kleine Rutsche neben der Schleuse. Diese kann man natürlich nur hinunter und nicht hoch fahren. Diese sieht ein bisschen aus wie eine Wildwasserrutsche und Viktoria möchte sie unbedingt auch einmal fahren.

Also wenden wir und fahren die Rutsche hinunter. Es ist jedoch ziemlich unspektakulär und die Kinder sind etwas enttäuscht. An der Schleuse steht gerade ein anderes Boot und so können wir bequem mit den anderen hinein fahren, ohne die Schleuse selbst bedienen zu müssen.

Der weitere Weg ist dann nicht mehr so spannend. Es wird langsam dörflicher und die ersten Häuser und Grundstücke tauchen neben den Kanälen auf. Es werden auch überall Ferienwohnungen angeboten. Komischerweise haben wir bei unserer Suche nach einer Unterkunft auf den einschlägigen Seiten im Internet jedoch kaum etwas gefunden. Oder nur in Preislagen, die für uns nicht akzeptabel waren.

Als wir durch das Dorf fahren, sehen wir auch viele Gärten, in denen Masten für Storchennester stehen. Und in einem sitzt auch ein Storchenpäarchen mit einem Jungen. Wir halten kurz an und machen ein Foto.

Kurz vor dem Bootsverleih kommen wir noch einmal zu einer Schleuse. Hier steht jedoch ein Mann, der sie freundlicherweise für uns bedient. Im Gegensatz zu den anderen Scheusen muss man hier die Tore nicht aufziehen, sondern hoch kurbeln. Beim Durchfahren werden wir hier noch einmal etwas nass.

Auf dem weiteren Weg sehen wir dann noch einen großen Biber durchs Wasser schwimmen. Wir machen Fotos und sind so abgelenkt, dass wir fast einen Kahn rammen. Aber es geht noch einmal alles gut.

Um 16:40 Uhr kommen wir beim Bootsverleih an. Wir werden schon erwartet, packen unsere Sache aus und steigen aus dem Boot. Anschließend wird unser Boot aus dem Wasser gezogen. Wir verabschieden uns und gehen zum Parkplatz. Nachdem wir unsere Sachen im Auto verstaut haben, haloen holen wir etwas zu essen für die Kinder aus dem Kofferraum. Viktoria möchte Kekse essen, allerdings sind diese im Auto geschmolzen. Aber zum Glück haben wir ja die Kühlbox. Und hierdrin befinden sich auch noch Kekse, die schön kühl sind.

Jetzt machen wir uns auf den Weg nach Cottbus zu unserem Hotel. Auf dem Rückweg durch Schlepzig halten wir noch kurz an einem weiteren Storchennest an, in dem ganz schön viel Betrieb ist.

Für den Weg nach Cottbus benötigen wir etwa 40 Minuten. Das Hotel ist leicht zu finden, es liegt gleich an der Autobahn. Wir fahren auf den Parkplatz und packen unsere Koffer aus. Wir gehen zur Rezeption und bekommen dort ein Familenzimmer im zweiten Stock. Es handelt sich eigentlich um zwei Doppelzimmer, die durch eine Verbindungstür verbunden sind. Die Kinder nehmen das hintere Zimmer in Beschlag. Für uns bleibt dann das andere. Aber eigentlich gibt es auch keinen großen Unterschied.

Wir gehen noch einmal zum Auto, um die letzten Sachen zu holen. Da die Kinder noch etwas Hunger haben, isst Viktoria noch Knäckebrot mit Himbeermarmelade bzw. Salami. Antonia isst ein paar Champignons.

Dann spielen sie ein bisschen auf dem iPad. Als sie wieder Hunger bekommen essen sie noch Joghurt bzw. Pudding und Antonia bekommt Tomaten mit Mozzarella und Pfeffer.

Um 20:30 Uhr gehen die Kinder in ihr Zimmer und schauen noch ein paar Filme. Es gibt vier Folgen Lassie. Matthias ist allerdings schon um 20:00 Uhr eingeschlafen.

Um 21:30 Uhr gehen die Kinder dann schlafen. Bianca bleibt noch bei ihnen sitzen, bis Viktoria eingeschlafen ist, da sie ein bisschen Angst vor der neuen Umgebung hat. Anschließend schreibt Bianca noch Reiseberichte. Um 22:45 Uhr geht sie dann auch schlafen.


Der erste Tag in Daten:

Datum
10.07.2020

Unterkunft
Novum Hotel Am Seegraben , Cottbus (gebucht über novum-hotels.de )
Preis pro Nacht (2 Doppelzimmer): EUR 91,25

Sonstige Ausgaben
Kanu (Olaf Schiela ): EUR 38,00
Junior Ranger Entdeckerhefte : je EUR 2,5o
"Spürnasen im Einsatz" Hefte : je EUR 3,00

Entfernung
168 km (davon 16 km mit dem Kanu)

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